Seit über 25 Jahren Ihr Spezialist in Sachen Kältetechnik und Wärmepumpen
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Neue F-Gase Verordnung ab dem 1.1.2015

ie EG-VO 517-2014 über teilfluorierte Treibhausgase hebt die Verordnung Nr. 842/2006 auf. Im Folgenden erfahren Sie, welche praktischen Auswirkungen die neue F-Gase Verordnung, die im Wesentlichen eine neue Gewichtung von Kältemittelfüllmengen und die stufenweise Reduzierung der Mengen der in Verkehr gebrachten teilfluorierten Kohlenwasserstoffe vorsieht, auf Ihre Anlagen hat.
 
Bisher bezogen sich Kältemittelmengen und die damit zusammen hängenden Regelungen auf die Füllmengen in kg, ab dem 1.1.2015 wird das CO2-Äquivalent zugrunde gelegt.

Vergleich des CO2-Äquivalents von 3kg R134a und 3kg R404A
Während 3 kg R134a ein CO2-Äquivalent von 4.200t hat, sind es bei R404A 11.200t.

 

Daraus ergeben sich folgende Neuregelungen für die Wartung und Instandhaltung Ihrer Kälte- und Klimaanlagen:

Für Anlagen > 40t CO2-Äquivalent sind Kältemittel mit einem GWP > 2500 untersagt ab 1.1.2020


Generell sind Anlagen in der Militärausrüstung, Anwendungen unter -50°C und Anlagen mit einem CO2-Äquivalent < 40 Tonnen von dieser Regelung ausgenommen. Bis zum 1.1.2030 dürfen außerdem aufgearbeitete Kältemittel mit einem GWP > 2500 (Kältemittel hat Eigenschaft des ungebrauchten Stoffes = durch Kältemittel Industrie) und recycelte Kältemittel mit einem GWP > 2500 (Wiederverwendung zurückgewonnener Kältemittel = durch Kälteanlagenbau) verwendet werden.
In der Praxis bedeutet das, das R404A in Gewerbekälteanlagen durch recycelte Ware bis 1.1.2030 zur Verfügung stehen wird, kleine Anlagen (siehe Tabelle) sind von der GWP Grenze 2500 nicht betroffen.

Beispiele für einige Kältemittel
Kältemittel GWP Nachfüllen ist Bei max. Anlagenfüllmenge
R134A 1'430 Unbegrenzt erlaubt da GWP < 2'500
R404A 3'922 Erlaubt bis 40t CO2 = 10,20 kg
R407C 1'774 Unbegrenzt erlaubt da GWP < 2'500
R410A 2'088 Unbegrenzt erlaubt da GWP < 2'500
R507 3'990 Erlaubt bis 40t CO2 = 10,20 kg

 

Neubau Klimaanlagen

Splitsysteme, VRF-Anlagen, Direktverdampfungssysteme

Sämtliche Systeme die ein Kältemittel mit einem GWP > 2500 verwenden, sind ab dem 1.1.2020 untersagt.
In der Praxis hat diese Regelung keine Auswirkung, da die eingesetzten Kältemittel R407C und R410A unter dem GWP-Grenzwert liegen.
 

Mono-Splitsysteme (1 Innen- und 1 Außengerät) < 3kg Füllgewicht

Die o.g. Systeme dürfen ab dem 1.1.2025 nur noch Kältemittel mit einem Kältemittel < 750 verwenden.
In der Praxis bedeutet das für Mono-Split Klimaanlagen, dass die derzeit üblichen Kältemittel R407C und R410A nicht einsetzbar sind und Hersteller daher Geräte mit einem Alternativ-Kältemittel auf den Markt bringen müssen. Diese Kältemittel werden "leicht brennbar" sein. Ein technisches Regelwerk steht dazu z.Z. noch nicht zur Verfügung.
 

Bewegliche Raumklimageräte

Die Verwendung von beweglichen Raumklimageräten mit einem Kältemittel GWP > 150 ist ab dem 1.1.2020 untersagt.
Für die Praxis ist zu vermuten, dass brennbare Kältemittel wie bei Haushalt Kühl- und Gefriergeräten zum Einsatz kommen.
 

Neubau ortsfeste Kälteanlagen

Sämtliche Systeme mit einem Kältemittel GWP > 2500 sind ab dem 1.1.2020 verboten.
Neu-Anlagen können dann nicht mehr mit den Kältemitteln R404A oder R422A /oder D errichtet werden. Es stehen jedoch R134a (GWP 1430) und diverse andere Stoffe zur Verfügung, auch der Einsatz von natürlichen Kältemitteln (CO2, NH3 Kohlenwasserstoffe) ist möglich.
Mit überkritischen CO2 Anlagen werden in den nächsten Jahren sämtliche Anwendungen der Gewerbe Kältetechnik realisierbar sein (GWP1).

Ausnahme:

  • Mehrteilige zentralisierte Kälteanlagen (Kälteleistung > 40kW)
  • Anlagen mit mehr als einem Verdichter und mehr als einem Verdampfer (Verbundanlagen)
  • Kältemittel GWP > 150 verboten ab 1.1.2022

Ausnahme der Ausnahme:

  • Kaskadensysteme wenn im Primärkreislauf Kältemittel GWP < 1500 verwendet wird, ist ab 1.1.2022 zulässig

In der Praxis sind damit folgende Anlagen zulässig:

  • Anlagen mit 1 Verdichter und 1+x Verdampfer mit Kältemitteln GWP < 2500
  • Anlagen mit 1+x Verdichtern und 1 Verdampfer mit Kältemittel GWP < 2500 (z.B. Kaltwassersatz)
  • Kaskade R134a / CO2 uneingeschränkt

 

Kühl- und Gefriergeräte für die gewerbliche Anwendung

(Hermetisch geschlossene Einrichtung)
Kältemittel mit einem GWP > 2500 sind ab dem 1.1.2020 verboten. Damit sind Kühlmöbel mit geschlossenem Kältemittelkreislauf der das Kältemittel R404A verwendet nicht mehr einsetzbar.

Kältemittel mit einem GWP > 150 sind ab dem 1.1.2022 verboten. Chemische Kältemittel werden dann zumindest "leicht brennbar" sein und es werden vermutlich Kohlenwasserstoffe wie Propan verstärkt zum Einsatz kommen.
 

Neben den Neuregelungen für Anlagen wird die Menge der in Verkehr gebrachten teilfluorierten Kältemittel begrenzt

Basis ist die in den Jahren 2009-2012 in der EU hergestellt und in die EU eingeführte durchschnittliche Gesamtmenge, ausgedrückt in CO2-Äquivalent.
 

Verringergung der Menge von in Verkehr gebrachten teilfluorierten Kältemittel
Verringerung der Menge von in Verkehr gebrachten teilfluorierten Kältemittel


Die massive Reduzierung des CO2-Äquivalentes wird eine massive Änderung der verwendeten Kältemittel bei Neuanlagen zur Folge haben.

Kälteanlagen:

  • Natürliche Kältemittel
  • R134a
  • (neue Gemische)

Klimaanlagen (Direktverdampfung):

  • Die gängigen Stoffe R407C / R410A werden vorläufig bestehen bleiben
  • Neue Gemische mit reduziertem GWP werden kommen

Kaltwassersätze (Außenaufstellung)

  • Siehe Klimaanlage
  • Kohlenwasserstoffe


 

Dichtheitskontrollen für Ortsfeste Kälteanlagen, Klimaanlagen und Wärmepumpen

Ab dem 1.1.2015 wird die bisherige Logik vom 3 / 30 / 300 kg Füllgewicht auf CO2-Äquivalent umgestellt.

Dichtheitskontrollen für Ortsfeste Kälteanlagen, Klimaanlagen und Wärmepumpen
Kältemittel GWP-Wert ab 5 Tonnen
jährliche
Kontrolle ab
(mit LES* alle
zwei Jahre)
ab 10 Tonnen
(hermetische
Systeme)
ab 50 Tonnen
halbjährliche
Kontrolle ab
(mit LES*
jährlich)
ab 500 Tonnen
vierteljährliche
Kontrolle ab
(mit LES*
halbjährlich)
R134a 1'430 3,5 kg 7,0 kg 35 kg 350 kg
R404A 3'922 1,3 kg 2,6 kg 13 kg 130 kg
R407C 1'774 2,8 kg 5,6 kg 28 kg 280 kg
R410A 2'088 2,4 kg 4,8 kg 24 kg 240 kg


Eine Ausnahme bildet die Übergangsregelung für Kältekreisläufe mit einem Füllgewicht von unter 3 kg und Hermetisch geschlossenen Systemen mit einem Füllgewicht unter 6 kg, hier ist bis zum 31.12.2016 keine Dichtheitsprüfung erforderlich.
In der Praxis müssen daher alle Dichtheitsprüfungsintervalle anhand der CO2-Äquivalentbasis überprüft und entsprechend angepasst werden.
 

Dokumentationspflicht des Betreibers für Einrichtungen, an denen Dichtheitskontrollen vorgeschrieben sind

Führung von Aufzeichnungen:

  1. Menge und Art der enthaltenen fluorierten Treibhausgase
  2. Alle Mengen die hinzugefügt werden
  3. Werden recycelte oder aufgearbeitete fluorierte Treibhausgase verwendet, so ist Name und Anschrift der Recycling- oder Aufarbeitungsanlage (ggfs. mit Zertifizierungsnummer) anzugeben
  4. Alle Mengen die entnommen werden
  5. Angaben zum Unternehmen, das Arbeiten an der Einrichtung durchgeführt hat (ggfs. mit Zertifizierungsnummer)
  6. Ergebnisse der Dichtheitsprüfung (Nachprüfung)
  7. Maßnahmen zur Rückgewinnung, Entsorgung der fluorierten Treibhausgase bei Stilllegung der Einrichtung


Betreiber und ausführende Unternehmen sind verpflichtet die Aufzeichnungen mindestens 5 Jahre aufzubewahren.

 

F-Gas Verordnung: nächstes Verbot ab 1. Januar 2020

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Stellen Sie jetzt Ihre Kälteanlagen um!

 

Mit der Europäischen Verordnung Nr. 517/2014, bekannt als F-Gas VO, wurde seit dem 1. Januar 2015 ein völlig neuer Mechanismus zur schrittweisen Reduzierung des Verbrauchs von H-FKWs bis 2030 eingeführt, um die Verringerung der Emissionen fluorierter Treibhausgase zu ermöglichen.

 

Diese schrittweise Reduzierung der HFCs wird durch mehrere Stufen erreicht:

 

- Die Einführung von Quoten. Eine Quote ist die Gesamtmenge der HFKW-Kältemittel, angegeben in Tonnen CO2-Äquivalent, die Hersteller und Importeure in den Verkehr bringen können. Ende 2014 hat die Europäische Kommission jedem Hersteller oder Importeur bis 2030 eine jährliche degressive Marketingquote zugeteilt.
- Die Einführung von Vermarktungsverboten für neue Anlagen, die H-FKW enthalten.
- Das Verbot der Verwendung von H-FKW für die Wartung oder Instandhaltung bestehender Kälteanlagen.

 

Was bedeutet es Konkret für neue Anlagen?

Für die nicht gewerbliche Anwendungen  - Zum Beispiel: Lagerhäuser

Ab dem 1. Januar 2020, Verbot des Inverkehrsbringens von ortsfesten Kälteanlagen, die HFKW mit einem GWP ≥ 2500 enthalten.

 

Kälte für die gewerbliche Anwendungen – Zum Beispiel: Mini- oder Supermärkte

 

Die Verordnung unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Anlagen:

 

- Hermetisch geschlossene Anlagen :

Ab dem 1. Januar 2020, Verbot des Inverkehrsbringens von Kühlgeräten und Gefriergeräten für die gewerbliche Verwendung die H-FKW mit einem GWP ≥ 2500 enthalten.

Ab dem 1. Januar 2022, Verbot des Inverkehrsbringens von Kühlgeräten und Gefriergeräten für die gewerbliche Verwendung die H-FKW mit einem GWP ≥ 150 enthalten.

 

- Nicht hermetisch geschlossene Anlagen mit 1 Kompressor:

Ab dem 1. Januar 2020, Verbot des Inverkehrsbringens von ortsfesten Kälteanlagen die H-FKW mit einem GWP ≥ 2500 enthalten.

Nicht hermetisch geschlossene Anlagen mit mehr als 1 Kompressor pro Kreislauf:

Wenn < 40kW: Ab dem 1. Januar 2020, Verbot des Inverkehrsbringens von ortsfesten Kälteanlagen die H-FKW mit einem GWP ≥ 2500 enthalten.
 

Wenn > 40kW, unterscheidet die Verordnung zwischen verschiedenen Arten von Anlagen:

 

Mehrteilige zentralisierte Kälteanlagen:

Ab dem 1. Januar 2020, Verbot des Inverkehrbringens von ortsfesten Kälteanlagen die H-FKW mit einem GWP ≥ 2500 enthalten.


Ab dem 1. Januar 2022, Verbot des Inverkehrbringens von mehrteiligen zentralisierten Kälteanlagen für die gewerbliche Verwendung, die H-FKW mit einem GWP ≥ 150 enthalten. Mit Ausnahme von Kaskadensystemen mit indirektem Primärkreislauf: ab dem 1. Januar 2022 dürfen Primärkühlkreisläufen nur noch H-FKW mit einem GWP < 1500 enthalten.

 

 

Was bedeutet es Konkret für bestehende Anlagen für die nicht gewerbliche Verwendung sowie für die gewerbliche Verwendung?

 

Ab dem 1. Januar 2020, Verbot der Verwendung von H-FKW mit einem GWP ≥ bis 2500 für die Wartung oder Instandhaltung von Kälteanlagen mit einer Füllmenge von ≥ bis 40 T. eq. CO2 (z. B. 10,19 kg R-404A).

 

Hinweis: Dieses Verbot gilt nicht für aufgearbeitete oder recycelte H-FKW aus denselben Anlagen.


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